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Bayerischer Wald

Der Bayerische Wald macht’s vor: Digitalisierung nutzen, um die alltäglichen Herausforderungen des Lebens auf dem Land besser zu meistern!

Ein intensiver Bürgerdialog und die Begleitung und Unterstützung der Gemeinden im digitalen Wandel, sind wesentlicher Bestand der Projektumsetzung in der Pilotregion Bayerischer Wald. Wir wollen gemeinsam mit den Bürgern praxistaugliche digitale Alltagshelfer entwickeln und erproben!

Wichtig dabei: ein ganzheitlicher Ansatz, der die verschiedenen Facetten des Lebens in ländlichen Regionen berücksichtigt.

Die bereits umgesetzten Maßnahmen verdeutlichen diese Vielfalt sehr gut. So adressiert das Digitale Dorf in den Pilotgemeinden Spiegelau, Frauenau und Mauth neun verschiedene Themenfelder. Lesen Sie nachfolgend, was konkret gemacht wird.

Kreisdiagramm mit Icons

Ziel war es, ein interdisziplinäres Telemedizin-Netzwerks aus Hausarzt, Fachärzten, Kliniken und weiteren Services im Gesundheitssektor aufzubauen. Was bis Projektende im Oktober 2020 im Detail umgesetzt wurde, können Sie hier nachlesen.

Frau und Mann mit Tablet

Umgesetzt wurden unter anderem digital gestützte Hausbesuche: Durch Einführung einer audiovisuellen Kommunikation können VERAH (Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis) beim Patienten vor Ort und Hausarzt in der Praxis über eine gesicherte Verbindung leichter und effektiver zusammenarbeiten.

Bei unseren älteren Mitbürgern besteht der vorherrschende Wunsch, möglichst lange eigenständig und selbstbestimmt in den eigenen Vier-Wänden leben zu können. Gerade die Digitalisierung bietet vielfältige Möglichkeiten, um die alltäglichen Herausforderungen besser zu meistern.

Über das Projekt BLADL führen wir die Generation 55+ an neue digitale Technologien heran, helfen beim Aufbau einer (digital gestützten) Nachbarschaftshilfe und erproben digitale Assistenzsysteme in ihrer Alltagstauglichkeit.

Als Grundlage dient eine umfangreiche Bürgerbefragung in den Pilotgemeinden Mauth und Frauenau, deren Ergebnisse Sie hier nachlesen können.

Junge und alte Frau mit Tablet

Die ersten Weiterbildungsangebote für mehr Medienkompetenz stehen in den Pilotgemeinden Frauenau und Mauth auf dem Programm:

  • Wie funktionieren Smartphones, Tablets & Co?
  • Schnelle Nachrichten von und zu Kindern, Enkeln und Freunden – Smartphone/WhatsApp
  • Informationen zu Medizin, Reisen, Dienstleistungen und Waren im Internet finden – Tablet/Surfen

Die digitale Plattform zur Nachbarschaftshilfe wird im engen Austausch mit den Beteiligten Organisatoren, Helfern und denjenigen, die Hilfe benötigen entwickelt. Abgebildet werden Funktionen zur

  • Buchung von Hilfsleistungen
  • Auftragsannahme durch die Helfer
  • Dokumentation und Abrechnung der Helfereinsatzstunden

Ab 2019 kommen in ausgewählten Seniorenhaushalten digitale Lösungen zur Verbesserung der häuslichen Umgebung in Einsatz. Dabei liegt der Fokus zunächst auf der Erprobung von Assistenzsystemen zur Strommessung, um den Senioren mehr Sicherheit im Alltag zu geben. Liegt beispielsweise eine Abweichung im Tagesablauf vor (z.B. Kaffeemaschine wird morgens nicht eingeschaltet), kann dies ein Indikator für eine Notsituation sein, die die automatische Ingangsetzung einer Betreuungskette erfordert.

Schreibtisch mit PC Handy und Tasse

Digitalisierung revolutioniert auch die Arbeitswelt und erlaubt vielfach ein ortsungebundenes Arbeiten. Immer mehr Unternehmen befürworten flexible Arbeitskonzepte – unter anderem, weil sie wegen Corona gute Erfahrung mit Beschäftigten gemacht haben, die von zu Hause aus arbeiten. Die Schaffung sog. Coworking Spaces auf dem Land kann eine Möglichkeit sein, hochqualifizierte Arbeitnehmer für sich zu gewinnen oder diejenigen mit starkem Bezug zur ländlichen Heimatgemeinde (‚Heimkehrer‘) langfristig zu halten. Unter dem Motto “Lebenszeit zurückgewinnen, weniger pendeln, CO² sparen” wurde Anfang 2020 der kommunale Coworking Space “Coworking Dahoam 4.0®” in der Gemeinde Spiegelau eröffnet. In einer einjährigen Testphase wurde erprobt, wie groß die Akzeptanz von Coworking in der Region ist und welche Rahmenbedingungen erfüllt sein müssen, um die spezifischen Bedürfnisse der NutzerInnen zu erfüllen. Das Coworking-Angebot wurde gut angenommen und wird nun verstetigt werden.

Unsere Kinder und Jugendlichen wachsen als sog. Digital Natives auf. Doch der Umgang mit den allgegenwärtigen digitalen Medien will gelernt sein!

In umfangreichen Befragungsaktionen haben wir Einblick erhalten, wie es in den Pilotdörfern um die Medienkompetenz steht und was sich die Bürger (allen voran Eltern, Schüler und Lehrer sowie Erzieherinnen) von der Digitalisierung wünschen. Die Ergebnisse können Sie hier nachlesen.

Sehr gut angenommen wird bereits die vom Digitalen Dorf Spiegelau eingeführte Onleihe LEO SUED (LEsenOnline SUEDbayern) . Darüber konnte das Angebot der Gemeindebücherei um 44.000 auf über 50.000 Medien erhöht werden und alle digitalen Medien sind bequem von zuhause aus oder auch von unterwegs über Smartphone, Tablet & Co. abrufbar.

Mit Vorfreude erwartet wird die für Anfang 2019 geplante Einführung der Schul-App für die beiden Grundschulen Frauenau und Spiegelau. Nach einer mehrwöchigen Testphase mit ausgewählten Testklassen, werden aktuell die Wünsche der Lehrer und Eltern in die (mobile) Anwendung eingearbeitet.

Kind in Schule zeigt Tablet

Damit die Kinder auch von Seiten der Schule bestmöglich auf einen verantwortungsvollen Umgang mit den digitalen Technologien vorbereitet werden, wurden umfangreiche Arbeiten für eine moderne IT Infrastruktur in den Grundschulen begonnen. Sind die Voraussetzungen wie zeitgemäße Verkabelung und Serverstruktur geschaffen, können im Laufe des aktuellen Schuljahres auch die Digitalen Klassenzimmer eingerichtet werden. Wichtig dabei ist, dass die technische Ausstattung Hand in Hand mit der digitalen Ertüchtigung der Lehrkräfte einhergeht. Nur so kann sichergestellt werden, dass die digitalen Medien zielführend, didaktisch hochwertig und nicht zuletzt mit Spaß an der Nutzung im Unterricht eingesetzt werden.

Nicht nur die Kinder in der Schule oder die Erwachsenen im Berufsleben, auch die Senioren können sich dem Digitalisierungstrend nur schwer entziehen. Durch individuelle und passgenaue Weiterbildungsangebote gelingt es auch, die Generation 55+ für die Nutzung digitaler Technologien zu motivieren und sie damit für die Zukunft zu rüsten. Was das Digitale Dorf für diese Zielgruppe bietet, finden Sie im Themenfeld Wohnen.

Tablet mit Icons

Das Thema Energie ist für die Pilotgemeinden im Bayerischen Wald kein Schwerpunktthema. Nichtsdestotrotz ist man auch hier offen für gute Ideen und Anregungen.

Durch den Einsatz von digitalen Stromzählern können Kosten und Energie in Haushalten eingespart werden. Mit intelligenten Stromzählern, den Smart Metern bleibt der Energieverbrauch im Blick und es können Sparpotenziale ermittelt werden.

 

Das Thema Mobilität ist gerade auf dem Land eine fortwährende Herausforderung. Die stark zersiedelte Gemeinde Spiegelau hat mit dem im September 2018 gestarteten Dorfbus ein neues, bedarfsorientiertes Angebot für ihre Bürger geschaffen. Dieses Angebot ist auch digital abrufbar. Über eine entsprechende Mobilitäts-App können Fahrtauskünfte eingeholt und Fahrten gebucht werden.

Modellbus mit Gepäck auf dem Dach

Allgemeine Informationen zum Dorfbus stellt die Gemeinde Spiegelau in ihrem Flyer bereit.

Frau liegt auf Wiese und hat Handy in der Hand

Der Bayerische Wald ist eine Tourismusregion. Um Reisewillige anzulocken bedarf es eines gut aufbereiteten und ansprechend dargestellten Angebots. Eine Vermarktung über das Internet und digitale Anwendungen ist dabei nicht mehr wegzudenken. In der Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald wurde auf eine bereits bestehende App Lösung von SummitLynx gesetzt und die „Digitale Wandernadel“ eingeführt. Outdoorfans ist es nun möglich, Wanderstempel digital zu sammeln und damit ihr digitales Gipfelbuch immer dabei zu haben: Egal, ob auf der Besteigung einer der Bayerwaldgipfel, auf einer Wanderung auf den zahlreichen Themenwegen oder auf einer Entdeckungstour durch Deutschlands ältesten Nationalpark.

Im Themenfeld Dienste werden weitere Alltags- Angebote für die Bürger subsummiert.

Ein Schwerpunktthema in den Pilotgemeinden Frauenau und Spiegelau ist dabei die digitale Verwaltung und das aktive Einbeziehen des Bürgers in das Gemeindeleben. Papierloses eGovernment ist dabei nur ein Teilbereich, in den die Gemeinden investieren. Gerade auch für die verbesserte Zusammenarbeit mit den Bürgern wurden darüber hinaus digitale Anwendungen umgesetzt.

Gemeinsam mit Gemeindevertretern und Bürgern wurden die Anforderungen an eine Rathaus-App definiert und erfolgreich umgesetzt.

Im Gemeindebereich Frauenau wurden digitale Anschlagtafeln installiert. Damit geht die Gemeinde völlig neue Wege, um ihrer Bekanntmachungs- und Informationspflicht gegenüber den Bürgern nachzukommen. Es werden z.B. Beschlüsse des Gemeinderats, Veranstaltungshinweise oder auch sonstige aktuelle Informationen aus der Gemeinde digital und für jedermann zugänglich präsentiert.

Ebenso wurden regelmäßige, weitgehend automatisierte Live-Übertragung von Gottesdiensten aus den Pfarrkirchen der Gemeinden durchgeführt, um insbesondere älteren Menschen (z.B. in Seniorenheimen) die Teilhabe an der heiligen Messe aus den ihnen bekannten Pfarrkirchen zu ermöglichen.

Die Dahoam 4.0® – Vereins App unterstützt Modellvereine in den beiden Gemeinden in der täglichen Vereinsarbeit. Als digitales Informations- und Organisationstool erleichtert die App die vereinsinterne Kommunikation, ermöglicht es relevante Dokumente oder Fotos auszutauschen und jederzeit mobil und bedarfsgerecht auf alle relevanten Informationen zugreifen zu können.

Tisch mit Laptop handy und Tablet

Zunächst wiederum für die Zielgruppe der älteren Mitbewohner angedacht, wird eine digital gestützte Nachbarschaftshilfe gefördert. In den Gemeinden Mauth, Frauenau und Spiegelau gibt es bereits ein vielfältiges Angebot von Besuchsdiensten über Fahrdiensten bis hin zu gelegentlichen Hilfsdiensten in Haus und Garten. Die Organisation dieser Angebote sowie die Kommunikation zwischen den Helfern wird digital unterstützt. Siehe auch Themenfeld Wohnen.

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